100 Jahre jung: Die Marienkirche Rabber

Mit einem langen, mehrspaltigen Artikel berichtete das Wittlager Kreisblatt am 13. Februar 1912 über die Einweihung der „neuen Kirche in Rabber“ am Vortag. Der Beitrag ist hier nicht ganz vollständig wiedergegeben. Den Artikel in Gänze finden Sie auf den folgenden Seiten.

Die Zeitung wurde zu dieser Zeit noch von der Druckerei Franz Schlüter in Bad Essen verlegt und gedruckt.

 

Einweihung der neuen Kirche in Rabber

Ein herrliches Fest war es für Rabber, als heute die im Mittelpunkt des Ortes errichtete neue Marien-Kapelle eingeweiht wurde. Wieviel Müh und Arbeit es allerdings, alles in allem genommen, bis zu diesem Festtage gekostet hat, davon wird sich mancher keine rechte Vorstellung machen. Am 4. März 1907 wurde in einer Kirchenvorstandssitzung zu Barkhausen, woran die Herren Konsistorialrat Klügel, Generalsuperintendent Möller, Konsistorialbaurat Moohrmann, Superintendent Grünewald, Landrat v. Raumer, Pastor Bartels und sämtliche Kirchen- und Gemeindevorsteher teilnahmen, der einstimmige Beschluß gefasst, in Rabber an Stelle der alten eine neue Kapelle zu bauen und die Pfarre von Barkhausen nach dem Mittelpunkte der Gemeinde, nach Rabber zu verlegen, mit der Bedingung, daß Rabber und Brockhausen durch freiwillige Zeichnungen 36000 M vorab zu dem Kirchenbau aufbrächten. In Rabber bestand schon seit alters her eine Kapelle, in der im Laufe des Jahres einige Male Gottesdienste mit Abendmahlsfeiern, hauptsächlich für Alte und Schwache, gehalten wurden. Mit dem Bau der neuen Kapelle und der Verlegung des Pfarrsitzes ist einem seit langem betriebenem Wunsche der nach Barkhausen eingepfarrten Gemeinden Rabber und Brockhausen entsprochen. Der Pfarrsitz mit dem dazu gehörigen Garten in Barkhausen sollen  verkauft werden. Die Gemeinde Rabber gewinne infolge der Kreisbahn und des Kanals und weil die Wege zu den sonntäglichen Gottesdiensten und zu sonstigen Pfarrhandlungen namentlich für Brockhausen sehr schwierig erschienen. Die Verhältnisse zur Stammpfarre wurden dahin geregelt, daß inbetreff des Gottesdienstes die Kirchen in Barkhausen und Rabber gleichberechtigt seien. Die weitere Ausführung des Beschlusses wurde dem  Kirchenvorstande überlassen. Inzwischen beschlossen nun die Gemeinden Rabber und Brockhausen, zur freiwilligen Zeichnung überzugehen, womit die Kirchenvorsteher beauftragt wurden. Fast jede Familie hat gern ein Opfer gebracht, es waren Spenden von 10 - 1000 Mark, so daß in kurzer Zeit die erforderliche Summe zusammen war. In der dann folgenden Kirchenvorstandssitzung am 1. Nov. 1907, wo auch die Herren Superintendent Grünewald und Landrat v. Raumer zugegen waren, konnte näheres über die Ausführung des Protokolls vom 4. März beschlossen werden. Der erste Entwurf zu der Kirche  wurde von Herrn Dr. Jänecke alsbald vorgelegt, jedoch vom Ministerium in Berlin durch einen neuen Entwurf ersetzt und der Bau genehmigt. Letzterer konnte aber nicht gleich in Angriff genommen werden, da die Gemeinden Barkhausen und Linne gegen die Ausführung des Beschlusses Proteste erhoben, die aber nicht von Erfolg waren. Von Herrn Dr. Jänecke wurde Herr Architekt Gürtler – Osnabrück mit der Leitung des Baues beauftragt und am 28. März 1911 der Grundstein in feierlicher Weise gelegt. Die Arbeiten wurden nun vergeben: Die Maurerarbeiten dem Maurermeister W. Gülker = Hedem; die Zimmererarbeiten F. Schulze = Bünde und F. Riestenpatt = Wittlage; die Dachdeckerarbeiten Roßberg = Osnabrück; die Klempnerarbeiten Goldhammer = Rabber; die Blitzableiter Dohrmann = Bassum; die eisernen Fenster und sämtliche Beschläge Fa. F. Klausing = Rabber; die Holzfenster und Treppen Heidsiek = Pr. Oldendorf; die Außentüren Gbr. Blomenkamp = Offelten; die Innentüren und sämtliches Gestühl im Schiff, dem Konfirmandensaal, der Seitenemporen und der Sakristei den Tischlern Riestenpatt = Wittlage, Freese und Wischmeyer = Rabber; die Bänke auf der Orgelempore und die Seitendecken Blomenkamp = Dahlinghausen; die Emporenbrüstungen mit der Inschrift „Grundsteinlegung am 28. März 1911 Ps. 98 V.1   Einweihung am 11. Februar 1912“, die Harmonikatüren, die Nummerntafeln, den Orgelprospekt, die Kanzel mit den 5 Figuren, „Matthäus“, „Markus“, „Lukas“, „Johannes“ und „Paulus“ in der Mitte und der Inschrift  „Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren“, den Taufstein mit der Inschrift „Lasset die Kindlein zu mir kommen“ und den alten Altar mit neuen Seitenflügeln dem Tischler und Bildhauer F. Ehlert = Achelriede; die Glaser- und Malerarbeiten den Malern Kruse = Osnabrück, Vogelpohl =  Brockhausen, Koch und Schlüter = Rabber; die Marmor- und Fliesenlegearbeiten H. Wiehemeyer = Osnabrück; die Orgel Furtwängler&Hammer = Hannover; die Turmuhr Ed. Korfhage & Söhne = Buer; die 3 Glocken Franz Schilling & Söhne = Apolda mit den Inschriften „Martha“ „Dienet dem Herrn mit Freuden“, Ps. 100 V. 2; „Maria“ „Eins ist Not“, Luc 10 V. 42;  „Lazarus“ „Was du tust, so bedenke das Ende“, Jes. 7 V. 40; die elektrischen Lampen und Kronleuchter  Kromschröder & Koch =Osnabrück.

Schon am Vorabend des Festtages strahlte die Kirche zum ersten Mal im elektrischen Lichte, sodaß viele Leute ihrer Verwunderung dahin Ausdruck gaben, sie möchten wohl die ganze Nacht in der Kirche bleiben, so feierlich war es.

Zum heutigen Festtage, als die Glocke vom Turm die 11. Stunde verkündete, lief der Kreisbahnzug mit den letzten Festteilnehmern ein. Der Posaunenchor brachte seine Weisen dar, und zugleich bahnte sich die liebe Sonne durch den Wolkenhimmel. Vor der Wohnung des neuen Seelsorgers am Bahnhofe hatte sich bereits eine zahlreiche Menschenmenge versammelt, die der Zeit harrte, wo der Gang zum neuen Gotteshause einsetzte. Gegen 111/2 Uhr setzte sich unter Glockengeläute der geordnete Festzug in Bewegung. Voran schritten der Posaunenchor und die Schulkinder, dann folgten die Geistlichen mit den heiligen Geräten, Gäste und Gemeindeglieder. Die Glocken und Posaunen schwiegen bei Ankunft des Zuges in der Nähe der Kirche, und während des Umgangs um die Kirche sang die Gemeinde „Lobe den Herren“. Darauf folgte die feierliche  Überreichung der Schlüssel. Architekt Gürtler überreichte als Bauleiter den Schlüssel dem Generalsuperintendenten Möller, der die Kirche in die Diözese Hannover übernahm und sie dem Geistlichen der hiesigen Pfarre mit herzlichen Segenswünschen übergab. Pastor Hempe öffnete die Kirche im Namen des dreieinigen Gottes. Der Andrang zur Kirche war nun einmal kolossal. Der geräumige Bau war bald übervoll. Nicht allein, daß alle Sitz- und Stehplätze vergriffen waren, sogar sämtliche Treppenstufen waren besetzt, und noch waren einige Personen vor der Kirche geblieben; denn die große Menschenmenge zählte an die 2000. Das Gotteshaus prangte im Festschmuck. Künstlerische Malereien und die ganze innere Ausstattung waren sehr zu bewundern, und nicht zu vergessen der aufgebesserte, aus dem Jahre 1619 stammende  Altar mit dem das Hl. Abendmahl darstellenden Gemälde von dem berühmten Maler F. Berger. An dem Bogen über der Altarnische befindet sich der Spruch: „Lasset uns aufsehen auf Jesum. Hebr. 12,2“. Es sind dies die schönen Worte, die unser unvergeßlicher Herr Pastor Bartels seiner Abschiedspredigt zugrunde legte. 

Nachdem die Gemeinde die vier Verse des Gesanges Nr. 11 gesungen hatte, trug der Gemischte Chor von Brockhausen (Lehrer Meyer) die Motette vor „Hoch tut euch auf“. Dann hielt Generalsuperintendent Möller, nachdem er den 24. Psalm verlesen, vor dem Altare die Weiherede über Mtth. 24, 25 „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht.“ Er sagte u.a.:

So steht nun nach jahrelangem Wünschen und Hoffen, Abwägen und Wagen dies Haus fertig vor unserem Auge. Wir preisen Gottes Hülfe und Barmherzigkeit, daß wir diesen Tag erleben dürfen, an dem die Gemeinde festlich hier einzieht und dies Haus zum Hause Gottes geweiht werden soll. Die Gemeinde Barkhausen hat nun ihre zweite Kirche; in einer Gemeinde zwei Stätten der Anbetung und doch nur ein Glaubensbekenntnis, zwei Kanzeln, von denen aber nur das eine heilige Wort Gottes verkündet wird. So seid nun an beiden Predigtstellen fleißig, zu halten die Einigkeit im Geiste durch das Band des Friedens. Ihr habt gewollt, als ihr das Haus plantet und bautet, daß das Wort Gottes reichlicher unter euch wohne. Himmel und Erde scheinen doch so fest zu sein und werden doch vergehen, Gottes Wort ist ewig. Wir haben Zeiten äußern Glücks und Segens, aber ehe wir´s denken, so zerbricht die Achse unseres Lebenswagens mit Krachen. Wohl dem, der dann aus den Trümmern seines Glückes eine Bibel holen und sich durch Gottes Wort stärken kann. Vieles ist ihm vergangen, das Wort Gottes ist ihm geblieben und ist ihm Rat und Hilfe geworden. Des Christen größte Tat ist ein selig Sterben; niemand begleitet ihn, ob jung oder alt, wir kommen doch alle einmal an die dunkle Pforte des Todes. Der dann mit uns geht, ist Christus und sein Wort. Darum ist kein Gotteshaus, in dem das Wort Gottes verkündet wird, mit zu viel Opfern erbaut; denn was ich da höre und fasse, das bleibt. Nun habt ihr auch ein neues Gotteshaus. Himmel und Erde werden vergehen, eins ist uns geblieben: die Worte unseres Herrn werden nicht vergehen. Sei für euch dies Haus ein Segenshaus und dieser Tag ein Segenstag. Darum laßt uns jetzt aus vollem Herzen beten.

Nach dem Gebet überreichte der Generalsuperintendent der Kirche eine von ihrer Majestät geschenkte Bibel mit der vorn eigenhändig eingetragenen Widmung: „Daß aber auf dem guten Lande Menschen sind, die das Wort hören und behalten in einem feinen, guten Herzen und bringen Frucht in Geduld.“ Er sprach hierbei den Wunsch aus, diese Worte möchten hier auf viel gutes Land fallen. Der Gemischte Chor sang danach „Wie lieblich sind deine Wohnungen“, dies sei als eine wohlgelungene Einlage bezeichnet. Es folgten Salutatio, Kollekte, Verlesung des Evangeliums und gemeinsames Glaubensbekenntnis. Dann sangen die Schüler von Rabber unter Leitung des Kantors Prinzhorn mehrstimmig „Jesu Gnadensonne“. Alsdann hielt Pastor Hempe die Predigt, der der 8. Vers des 26. Psalms zugrunde lag: „Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt.“

Der Pastor berührte hiermit die geschichtliche Entwicklung des Kirchenbaues und bemerkte, daß auch das Gotteshaus in seiner Bauweise die heimische Art berücksichtigen müsse, an der die ganze Gemeinde regsten Anteil habe. Dies sei erfreulicherweise bei der neuen Kirche zu beobachten. Wie lieb und wert die Kirche der Gemeinde sei, könne aus den großen Opfern erkannt werden, die vielfach mit Einsetzen der eigenen Persönlichkeit gebracht worden seien. Hierbei müsse man vor allem auch seines Amtsvorgängers gedenken, von dem gewissermaßen ein Teil seines Blutes mit hineingebaut worden sei. Die Vorfahren haben die alte Kapelle gebaut, Ihr habt sie abgebrochen und dieses Haus gebaut, aber auch dieses wird nicht ewig dauern.

Was aber bleibt, ist Jesus Christus, gestern und heute und derselbe auch in alle Ewigkeit. Das Wort des Psalmisten: „Herr ich habe lieb die Stätte deines Hauses; denn es ist die Stätte des Gebets“ trifft hier zu, und dieses Haus wird zugleich sein eine Stätte des Friedens und der Hoffnung.

Nochmals sangen die Schulkinder und der Gemischte Chor, erstere „Danket dem Herrn“, letzterer „Holder Friede“, und nachdem der Segen gesprochen, war gegen 2 Uhr die kirchliche Feier beendet. Die an den Türen aufgestellten Becken erbrachten den schönen Betrag von 158 M, der zur inneren Ausschmückung verwandt wird. 

Gestiftet sind die silbernen Altargeräte von Dr. Weber = Hannover, Hofbesitzer Tiemann, Hamping, Schwegmann, Scherler, Gerkepott und Frau Hermeyer; das Kruzifix von Höcker und Mithöfer; 2 Kronleuchter von Fräulein Elise Meyer und Fräulein Marie Tiemann; die Kanzel von Wilhelm und Carl Rullmann; der Taufstein von Colshorn; die Altarbibel von der Kaiserin; die Kanzelbibel von Pastor Bartels; die Altardecken und die Kanzelbekleidungen sind im Henriettenstift gearbeitet und von Frauen und Jungfrauen aus Brockhausen und Rabber gestiftet, ebenso der Teppich; eine weiße Decke mit Inschrift wurde von zwei in Rabber geborenen Damen, Fräulein Luise Molly Brauns  in Rodenberg, prachtvoll gestickt; den Regulator für die Sakristei stiftete Herm. Burgmann = Osnabrück; 2 Altarvasen von Balsbehring = Rabber; und von Schulkindern eine Kollektenbüchse. - Besonderes Verdienst für die Einrichtung des  neuen Gotteshauses gebührt dem Kirchenvorsteher Gerkepott.

Nach der kirchlichen Feier versammelten sich etwa 60 Personen in dem mit Blumen und Grün geschmückten alten Schulgebäude zu einem Festmahl. Die Reihe der Tischreden eröffnete, nachdem Pastor Hempe das Tischgebet gesprochen, Landrat Dugend mit einem Hoch auf das Kaiserpaar, das der Gemeinde ein Geschenk hat zuteil werden lassen. - Im Namen des Vorstandes und der Gemeinde hieß der Ortsgeitliche, P. Hempe, die Gäste willkommen und gab seinem Bedauern Ausdruck, daß Regierungspräsident Bötticher, der sein Erscheinen zugesagt hatte, im letzten Augenblick wegen plötzlicher dienstlicher Verhinderung hatte ablehnen müssen. Nach herzlicher Begrüßung der Gäste widmete der Redner seinem Amtsvorgänger, der der Einladung gern gefolgt wäre, warme Worte der Anerkennung. Er widmete sein Glas den Gästen. -

Kirchenvorsteher Gerkepott brachte allen denen ein Hoch, die mitgeholfen haben beim Bau und bei der Ausschmückung des neuen Gotteshauses, dem Baumeister, Polieren, Gesellen und Lehrlingen, allen, die uns opferfreudig beigestanden haben. - Generalsuperintendent Möller stattete im Namen der Gäste den Dank ab und erklärte, daß er beauftragt sei, vom Landeskonsistorium und Konsistorium die herzlichen Glückwünsche zur Kirchweihe zu überbringen. Sein Hoch galt der Gemeinde Barkhausen. - Regierungsbaumeister Dr. Jänecke überbrachte als Vorstand der Hochbauabteilung bei der kgl. Regierung in Osnabrück die herzlichen Glückwünsche. Man habe sich bemüht, das neue Haus dem gesamten Landschaftsbilde anzupassen, darum habe man zum Beispiel die Wände außen geputzt, dem Dach rote Ziegel gegeben, die Fenster mit Sandstein eingefaßt und dem Turm eine Form gegeben, die hier am meisten beliebt ist, beispielsweise die Form des Essener Turms, ebenso hat man auch im Inneren verfahren. Mit einem Wort: man hat etwas Bodenständiges schaffen wollen. Durch einen Kirchbau kann auch den Handwerkern Gelegenheit gegeben werden, ihre Fähigkeiten zu zeigen und sich eventuell auch noch zu vervollkommnen, er kann also für das heimische Handwerk eine Schule abgeben. Sein Hoch galt dem Bauhandwerk und allen denen, die am Bau gearbeitet haben. - Herr von Raumer, der frühere Landrat des Kreises, stattete nochmals seinen besonderen Dank  dafür ab, daß die hiesige Gemeinde ihn nicht vergessen und den Wunsch geäußert hat, ihn bei der Feier zu sehen, hebt hervor, daß dieser Kirchbau zu den Lichtseiten seines landrätlichen Berufes gehört habe und toastete auf die Kirchenvorsteher. - Außer anderen war auch ein längeres Schreiben des früheren Geistlichen Pastor Bartels, eingegangen, der der Gemeinde auch eine Kanzelbibel verehrt hat. - Architekt Gürtler bringt der Gemeinde zum vollendeten Kirchbau seine herzlichsten Glückwünsche dar und bringt dem Kirchenvorstande ein Hoch. - Superintendent Grünewald entledigt sich namens der Amtsbrüder der Inspektion des Auftrages, die herzlichsten Segenswünsche der Gemeinde Barkhausen auszusprechen, insbesondere der Kapellengemeinde Rabber und kleidet seine Wünsche in die Worte: 1. „Bis hierher hat mich Gott gebracht“, 2. „Nun danket alle Gott“, 3. „Ach bleib mit deiner Gnade“. - Der Redner dankt vor allem dem früheren Ortsgeistlichen, Pastor Bartels, und hofft, daß auch sein Nachfolger in seinem Sinne  und Geiste sein Amt führen möge. Sein Hoch galt dem früheren und jetzigen Pastor. - Pastor Heintze spricht von dem herzlichen nachbarschaftlichen Verhältnis zwischen Lintorf und Barkhausen und überreicht im Namen der Gemeinde Lintorf der Nachbargemeinde für die Glocken die Summe aus einer Haussammlung im Kirchspiel Lintorf in Höhe von 1000 Mark mit dem Wunsche: Gottes Wort und Luthers Lehr´vergehen nun und nimmermehr. Er widmete sein Glas dem herzlich nachbarlichen Verhältnis. - Hempe dankt herzlich für diese hochherzige Gabe und trinkt auf das Wohl der Gemeinde Lintorf und ihres Geistlichen. - Pastor Sagebiel bringt dem Gemischten Chor, der den Gottesdienst durch den herrlichen Gesang verschönt habe, und seinem Leiter, Lehrer Meyer in Brockhausen, sein Glas. - Kirchenvorsteher Gerkepott gedenkt der allzeiten  Hülfsbereitschaft des Hauses Prinzhorn und bringt demselben ein Hoch. - Auf Vorschlag des früheren Landrates von Raumer wurde an Pastor Bartels in Schneverdingen ein Telegramm gesandt.

Gegen 6 Uhr wurde die Tafel aufgehoben, denn für die meisten auswärtigen Gäste hatte die Trennungsstunde geschlagen, der Zug rief zur Abfahrt. Allen aber, die der bedeutungsvollen Feier der Kirchweihe beigewohnt haben, wird dieser Tag, der 11. Februar 1912, unvergessen bleiben.